Bezirk
de
(Bild: Kathleen Barry, UMNS)

Rechtshof bestätigt Teile des «Traditional Plan» als verfassungskonform

April 29, 2019

Vom 23-26. April tagte der Rechtshof, das oberste Gericht der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), in Evanston, Illinois (USA). Er hatte zu untersuchen, ob der Ende Februar durch die Generalkonferenz, das höchste gesetzgebende Gremium der EMK, verabschiedete «Entwurf zur Bewahrung der bestehenden Ordnung» verfassungsgemäss ist.

Ende Februar hatten die Delegierten der Generalkonferenz mit knapper Mehrheit entschieden, in der Beurteilung von praktizierter Homosexualität die traditionelle negative Bewertung beizubehalten und die Umsetzung dieser Überzeugung im kirchlichen Handeln durch Sanktionen sicherzustellen. Dieser «Entwurf zur Bewahrung der bestehenden Ordnung» («Traditional Plan») wurde am Ende der Tagung an den Rechtshof, das oberste Gericht der United Methodist Church (UMC), der weltweiten EMK, überwiesen, um ihn daraufhin zu überprüfen, ob er der Verfassung der EMK entspricht.

Teilweise verfassungsgemäss

Als Ergebnis ihrer Beratungen Ende April haben die Mitglieder des Rechtshofs nun festgehalten, dass einige Bestimmungen des «Traditional Plan» weiterhin verfassungswidrig sind, der Rest des Entwurfs jedoch als Kirchenrecht gelten kann.

Wenn Kirchgemeinden gehen wollen

Ausserdem hat der Rechtshof in einer separaten Entscheidung darüber befunden, dass das ebenfalls an der Generalkonferenz verabschiedete Verfahren, das angewandt werden soll, wenn Kirchgemeinden die UMC verlassen wollen, drei Mindestanforderungen erfülle und somit verfassungsgemäss sei «zusammen mit der Zustimmung der zuständigen Jährlichen Konferenz», wie es die Kirchenordnung ausdrücklich verlangt.

Frühere Einschätzungen bestätigt

Der Justizrat hat bereits zum dritten Mal über die Petitionen des «Traditional Plan» entschieden, die er für verfassungswidrig befunden hat. In Bekräftigung früherer Entscheidungen vom Oktober (PDF, engl.) und Februar (PDF, engl.) hält die Entscheidung vom April (PDF, engl.) nach der Annahme des «Traditional Plan» sieben der mit diesem Entwurf verbundenen Petitionen immer noch für verfassungswidrig, darunter vier, die während der Generalkonferenz 2019 geändert wurden.

Der Verfassung gemäss

Das Gericht bestätigte andererseits Abschnitte des «Traditional Plan», die Verbote beinhalten, die sich mit der Weihe von LGBTQ- Personen als Bischöf/innen bzw der Ordination von praktizierenden Homosexuellen als Geistlichen befassen. Das Gericht bestätigte auch verbindliche Mindeststrafen für Pfarrpersonen, die sich an Trauungen oder Segnungen homosexueller Paare beteiligen.

Im Überblick

Für verfassungsgemäss erklärt hat der Rechtshof die folgenden Petitionen:
90032, 90036, 90042, 90043, 90044, 90045 (Teil 1), 90046 und 90047

Für verfassungswidrig erklärt hat der Rechtshof die folgenden Petitionen:
90033, 90034, 90035, 90037, 90038, 90039, 90040, 90045 (Teil 2)

S.F.
Quelle: Linda Bloom, UMNS (engl)
Beitragsbild: Kathleen Barry, UMNS

Alle Beiträge zur Generalkonferenz im Überblick